Baufinanzierung ohne Eigenkapital: die 100-Prozent-Finanzierung
Kaufen ohne Erspartes? Möglich ist das — aber nur unter klaren Voraussetzungen und gegen einen spürbaren Zinsaufschlag. Was Sie über 100-%- und Vollfinanzierung wissen müssen.
100-%-Finanzierung vs. Vollfinanzierung
Bei der 100-%-Finanzierung finanziert die Bank den gesamten Kaufpreis, während Sie die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler — rund 10 %) aus eigener Tasche zahlen. Bei der Vollfinanzierung („110 %“) werden auch diese Nebenkosten mitfinanziert. Je weniger Eigenkapital, desto höher der Beleihungsauslauf — und desto höher der Zins.
Zinsaufschlag nach Beleihungsauslauf
| Beleihungsauslauf | Eigenkapital | Einordnung | Zins (Beispiel) |
|---|---|---|---|
| bis 60 % | mind. 40 % + Nebenkosten | günstigster Tarif | 3,62 % |
| bis 80 % | mind. 20 % + Nebenkosten | Standard | 3,72 % |
| bis 90 % | mind. 10 % + Nebenkosten | leichter Aufschlag | 4,02 % |
| 100 % | nur Nebenkosten als EK | deutlicher Aufschlag | 4,42 % |
| über 100 % (Voll) | kein Eigenkapital | höchster Aufschlag | 4,72 % |
Richtwerte, kein verbindliches Angebot. Der tatsächliche Aufschlag hängt von Bonität, Objekt und Bank ab.
Voraussetzungen und Risiken
Eine Finanzierung ohne Eigenkapital verlangt ein sicheres, überdurchschnittliches Einkommen und eine einwandfreie Bonität. Das zentrale Risiko: Die Restschuld bleibt lange hoch, und bei einem erzwungenen Verkauf kann der Erlös die Restschuld nicht decken. Eine höhere Anfangstilgung mildert dieses Risiko, erhöht aber die Monatsrate.
Empfehlung: Auch wer ohne Eigenkapital finanziert, sollte mindestens die Kaufnebenkosten selbst aufbringen und einen Notgroschen behalten. Prüfen Sie im Budgetrechner, welche Rate wirklich tragbar ist.