Baufinanzierung ohne Eigenkapital: die 100-Prozent-Finanzierung
Kaufen ohne Erspartes? Möglich ist das — aber nur unter klaren Voraussetzungen und gegen einen spürbaren Zinsaufschlag. Was Sie über 100-%- und Vollfinanzierung wissen müssen.
100-%-Finanzierung vs. Vollfinanzierung
Bei der 100-%-Finanzierung finanziert die Bank den gesamten Kaufpreis, während Sie die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler) aus eigener Tasche zahlen. Bei der Vollfinanzierung („110 %“) werden auch diese Nebenkosten mitfinanziert. Die Bezeichnung „110 %“ ist eine vereinfachte Umschreibung; Nebenkosten variieren. Der Beleihungsauslauf bezieht sich auf den bankseitigen Beleihungswert, nicht auf den Kaufpreis.
Finanzierungsbedarf bei 500.000 Euro Kaufpreis
| Finanzierter Kaufpreisanteil | Darlehen | Eigene Mittel ohne Rücklagen |
|---|---|---|
| 80 % des Kaufpreises | 400.000 € | 100.000 € + Kaufnebenkosten |
| 90 % des Kaufpreises | 450.000 € | 50.000 € + Kaufnebenkosten |
| 100 % des Kaufpreises | 500.000 € | Kaufnebenkosten |
| Kaufpreis + Nebenkosten | 500.000 € + tatsächliche Nebenkosten | Individuell, Rücklagen separat |
Formel: Darlehen = Kaufpreis × finanzierter Anteil. Das ist kein Beleihungsauslauf und keine Zusage einer Bank. Ein Sollzins lässt sich aus diesen Angaben nicht ableiten.
Voraussetzungen und Risiken
Weiterführende Quelle: Verbraucherzentrale: Bau- und Immobilienfinanzierung. Redaktionell geprüft am 11. September 2026.
Eine Finanzierung ohne Eigenkapital verlangt ein sicheres, überdurchschnittliches Einkommen und eine einwandfreie Bonität. Das zentrale Risiko: Die Restschuld bleibt lange hoch, und bei einem erzwungenen Verkauf kann der Erlös die Restschuld nicht decken. Eine höhere Anfangstilgung mildert dieses Risiko, erhöht aber die Monatsrate.
Empfehlung: Auch wer ohne Eigenkapital finanziert, sollte mindestens die Kaufnebenkosten selbst aufbringen und einen Notgroschen behalten. Prüfen Sie im Budgetrechner, welche Rate wirklich tragbar ist.