Reale Bauzinsen: Was die Finanzierung wirklich kostet
Der reale Bauzins ist der Effektivzins minus Inflation — die ehrlichste Maßzahl für die tatsächliche Belastung. Ein Blick, den kaum ein Anbieter zeigt.
Nominal vs. real — der aktuelle Stand
Bauzins nominal
3,72 %
Bundesbank · 2026-03
Inflation (HVPI)
2,00 %
Destatis · 2025-12
Bauzins real
1,72 %
nominal minus Inflation
Aktuell liegt der nominale Bauzins bei 3,72 % und die Inflation bei 2,00 %. Daraus ergibt sich ein realer Bauzins von rund 1,72 %. Das bedeutet: Nach Abzug der Geldentwertung kostet die Finanzierung deutlich weniger, als der nominale Zins vermuten lässt.
Reale Bauzinsen seit 2003
Bauzins nominalBauzins real (− Inflation)
Einordnung: Ein positiver Realzins (wie aktuell) ist der Normalfall und für Kreditgeber notwendig. Die Phase negativer Realzinsen 2021/2022 war eine Ausnahme — und einer der Gründe für den Immobilienboom dieser Jahre.
Häufige Fragen zum realen Bauzins
Was ist der reale Bauzins?
Der reale Bauzins ist der nominale Effektivzins abzüglich der Inflationsrate. Er zeigt die tatsächliche Belastung in Kaufkraft: Wenn der Bauzins 3,7 % beträgt und die Inflation 2,0 %, liegt der reale Zins bei rund 1,7 %.
Warum war der reale Bauzins zeitweise negativ?
2021/2022 lag die Inflation deutlich über dem Bauzins. Wer damals finanzierte, zahlte real weniger Zins als die Geldentwertung — ein historisch seltener Vorteil für Kreditnehmer, ermöglicht durch die EZB-Anleihekäufe und den Inflationsschub.
Ist ein niedriger Realzins gut für Kreditnehmer?
Tendenziell ja: Ein niedriger oder negativer Realzins bedeutet, dass die reale Schuldenlast über die Zeit sinkt. Allerdings geht hohe Inflation meist mit anderen Belastungen einher (höhere Lebenshaltungskosten, Baukosten).